Ein Traum wurde wahr: Am 18. November 2019 durfte ich in der Stuttgarter Liederhalle bei den »Quartets for 93 Players: Nr. VI & VII« von John Cage mitwirken – im Rahmen des zweiten Sinfoniekonzerts der Staatsoper Stuttgart. Es dirigierte Cornelius Meister.
Bei meinen Recherchen zum postdramatischen Theater und seiner Beeinflussung durch Happening und Fluxus stoße ich immer wieder auf Cage, der mit seiner Aleatorischen Musik die Fluxus-Bewegung wesentlich inspiriert hat.
Was für ein wunderbarer Abend! Am 22. September 2019 haben wir mit großem Erfolg die Ausstellung NERO – Fünf Positionen zur Farbe Schwarz (featuring Jens Braun, Mirco Andrea Carlesso, Matthias Lutzeyer, Kerstin Schaefer und Erik Sturm) im Kunstverein Brackenheim eröffnet.
Gerne komme ich der Bitte nach und stelle hier meine Eröffnungsrede, in gekürzter Version, zum Download und erneuten Lesen zur Verfügung:
Am 19. Juli 2019 hat das Literaturhaus Stuttgart zum alljährlichen WETTERLEUCHTEN eingeladen, dem Sommermarkt der unabhängigen Verlage. Bei dieser Gelegenheit hat der in Berlin lebende Autor Tobias Schwartz seinen im Elfenbein Verlag erschienenen Roman Nordwestwärtsvorgestellt – sehr habe ich mich gefreut, die Lesung und das Gespräch mit Tobias über diesen ganz eigensinnigen »Heimatroman« moderieren zu dürfen.
Emlichheim: kaum ein Ort in Deutschland, der weiter von einer Großstadt entfernt wäre; kaum ein Ort in Deutschland, an dem Einheimische und Flüchtlinge deutlicher spüren könnten, dass es nur eine gemeinsame Geschichte gibt. In einer durch Torfbau und Gasförderung geprägten niedersächsischen Landschaft gelegen – die der Legende nach entstanden war, weil Napoleon seinen Daumen aufs Lineal gehalten hatte, als er die Grenze in seine Feldkarte einzeichnete –, kennzeichnen vier Kirchen unterschiedlicher Konfessionen das Dorf, über das sich Europas wohl größte Kartoffelstärkefabrik erhebt. – David, Spross schlesischer Flüchtlinge, in Emlichheim geboren und aufgewachsen, Kinderarzt in Potsdam, fährt zu Besuch in die Heimat, wo er auf seine Familie und auf seine Jugendliebe Grete trifft, die gerade ein Kind bekommt – sein Kind; aber er ahnt von seiner Vaterschaft nichts. David grübelt vielmehr über den Tod eines kleinen Mädchens auf seiner Station, für den er sich verantwortlich fühlt. – In Rückblenden entwickeln sich parallel dazu die anderen biografischen Zusammenhänge, die wie ein Generationen übergreifendes Mosaik zum Thema Flucht erscheinen: die Geschichten um Davids Großmutter, die 1945 aus Breslau floh, die um seine alleinerziehende Mutter, einen schlesischen Flüchtlingspfarrer, einen homosexuellen Landarzt, ein pensioniertes Pastorenehepaar der 68er-Generation und einen lokalen Schweinebauern.
Update: Mit dem Roman Vogelpark (2020) entführt Tobias Schwartz seine Leser:innen erneut in die niedersächsische Provinz – diesmal mit der Geschichte des neunjährigen Jonas, die in den 1980er Jahren spielt. Mit Morpho peleides (2021) ist nun der dritte Band der »Emlichheim-Reihe« erschienen!
Ich bin begeistert von diesem Literaturmagazin – und das nicht (nur), weil es mein Text Ameisen in die sechsundzwanzigste Ausgabe geschafft hat.
Das Narr ist einfach toll gemacht, mit viel Liebe fürs Detail. Das Format treibt mir Glückstränen in die Augen, das Layout ist klasse und der Inhalt will gelesen und beguckt werden.
Als eine von acht »JungautorInnen« wurde ich zu der von Simone Lappert geleiteten Schreibwerkstatt Schreibimpuls des Literaturhauses Basel eingeladen – schön war’s, über unsere Texte zu diskutieren. Und anregend!
Höhepunkt: Unsere gemeinsame Literaturhaus-Lesung am 5. April 2019; zugleich Release party der 26. Narr-Ausgabe, in der unsere Kurzgeschichten nachzulesen sind.