»Für Freiheit und Demokratie«

Demokratische Grundwerte sind keine Selbstverständlichkeit. Der heute weitgehend vergessene 1848er-Revolutionär Theodor Mögling, dessen Autobiografie ich 2009 neu herausgegeben habe, hat sich tatkräftig für Freiheit und Demokratie eingesetzt – und wurde dafür zum Tode verurteilt. Seine Todesstrafe wurde, im Rahmen einer Begnadigung, in eine siebenjährige Einzelhaft umgewandelt. In dieser Zeit schrieb Mögling seine autobiografischen Mitteilungen.

Es war mir eine große Freude und Ehre, im Rahmen der Jubiläumsfeier »50 Jahre Spurensuche – Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten« im Schloss Bellevue von meiner Mögling-Recherche zu berichten.

https://www.50-jahre-spurensuche.de/

Foto: David Ausserhofer

Bekehrung am Set: Wenn Schauspieler katholisch werden

Den Glauben vor der Kamera entdecken: Was passiert, wenn Schauspieler in religiöse Rollen schlüpfen und aus Spiel Ernst wird? Mein neuer Beitrag in der Reihe Minima theologica auf Communio Online – zu lesen hier.

In einem Fragment seiner Pensées geht Blaise Pascal (1623–1662) der Frage nach, was sich gegen die Unfähigkeit zu glauben ausrichten lasse. Seine Antwort ist ebenso einfach wie kühn: Man solle sich an jenen orientieren, die den Weg zum Glauben bereits beschritten haben – und ihre Handlungen nachahmen: »c’est en faisant tout comme s’ils croyaient, en prenant de l’eau bénite, en faisant dire des messes, etc. Naturellement même cela vous fera croire«.
Daraus lässt sich ableiten: Wo der Glaube keiner inneren Gewissheit entspringt, kann er aus dem Als-ob folgen, somit auch aus dem Spiel und der Schauspielerei.

Rosa Mystica, Ora Pro Nobis!

Im elsässischen Straßburg lässt sich viel Sehenswertes bestaunen – allen voran das Münster als weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Daneben bietet die „Eurometropolis“ eine Vielzahl weiterer Kirchen, die es zu besuchen lohnt. Eine davon scheint in Stadt- und Reiseführern jedoch wie ausradiert: die katholische Jung-Sankt-Peter-Kirche im deutschen Viertel, der sogenannten Neustadt. Meine Spurensuche für »Minima theologica« ist auf auf Communio Online nachzulesen.

Wahre christliche Kunst muß ein Gebet, ja eine Predigt sein, und der Gemeinschaft zur Erbauung und Erhebung dienen.
– Heinrich Waderé

Smells Like Holy Spirit

Mein neuer Beitrag für »Minima theologica – Das theologische Tagebuch« auf Communio Online beschäftigt sich, ausgehend von Werbeversprechen der Perfumindustrie, mit dem Wohlgeruch der Heiligen und dem Stellenwert des Geruchssinns in der katholischen Kirche: Smells Like Holy Spirit. Auf der Suche nach dem Geruch der Heiligkeit

Von »Breath of God« bis »Eau Sacrée«: Parfums werben mit der Aura des Sakralen. Während die Duftindustrie religiöses Vokabular zu Marketingzwecken einsetzt, haben Weihrauch und Wohlgeruch in der katholischen Tradition eine tiefgehende Bedeutung.

Minima theologica

Sehr freue ich mich, künftig zur Reihe »Minima theologica – Das theologische Tagebuch« auf Communio Online, der Online-Plattform der gleichnamigen Internationalen Katholischen Zeitung beizutragen.

Mein erster Text beleuchtet das komplizierte Verhältnis von Kitsch, Kunst und Kirche.

Deko-Engel, Madonnen mit Kulleraugen, Heiligenbilder auf Pillendöschen: die Bandbreite religiösen Kitschs ist groß. Während vor 75 Jahren der Moraltheologe Richard Egenter vor ihm warnte, macht ihn Gegenwartskünstler Jeff Koons zum Ausgangspunkt seiner Heilslehre des Banalen. Zwischen Verbot, Verachtung und Verehrung zeigt sich: Kitsch und Religion sind enger verwoben, als man denkt.

Nachruf auf Claus Peymann

Foto: Blaues Sofa

Mein Nachruf auf den Theatermacher Claus Peymann – »Provozieren als Kunst« – findet sich zum Nachlesen auf communio.de:
https://www.herder.de/communio/kultur/ein-nachruf-auf-claus-peymann-provozieren-als-kunst/

Die Schauspieler, die mit Peymann zusammenarbeiteten, beschreiben ihn als besessen, ja auch als unangenehm und unerbittlich. Oft brachte er sie an ihre Grenzen, um künstlerisch das Beste aus ihnen hervorzuholen. Aus seinem autoritären Stil machte Claus Peymann keinen Hehl. Kunst stehe stets im Widerspruch zur Demokratie. »In der Kunst kann man halt keine Kompromisse machen. Die Entscheidungen, die ein Regisseur oder ein Intendant trifft, die begründen seine Macht, sein Geheimnis, sein Genie.«

Herzliche Einladung zu »LIEBE ARBEIT KUNST«

Marcus Neufangers Porträt von Mo Edoga, 2024
Marcus Neufanger: Mo Edoga, Ölpastell auf Papier, 100 x 70 cm, 2024

Der Kunstverein Brackenheim lädt ein zur Vernissage der Ausstellung LIEBE ARBEIT KUNST von Marcus Neufanger am Samstag, den 28. Juni 2025, 17 Uhr! Ich freue mich sehr, als Kuratorin der Ausstellung in Marcus’ Arbeiten einzuführen.

In Brackenheim präsentiert Marcus Neufanger Arbeiten diverser Werkserien, darunter »Cover Paintings« und »Portraits«. Im Zentrum seines Schaffens steht die Auseinandersetzung mit der Selbstdarstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler: Oszillierend zwischen Hommage und Ironie, laden seine Bilder dazu ein, über die Rolle des Künstlers im Kunstsystem nachzudenken.

Marcus Neufanger, 1964 in Nürnberg geboren, lebt und arbeitet in Schwäbisch Hall. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, etwa in der Staatsgalerie Stuttgart, im ZKM Karlsruhe und in der Sammlung Würth.

Ausstellungsort: Kunstverein Brackenheim, Flüchttorgebäude, Schleglergasse 13, Brackenheim. Die Ausstellung ist noch am Sonntag, den 29. Juni, und Montag, den 30. Juni, jeweils von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet (info[at]kunstverein-brackenheim.de).

Herzliche Einladung: »Meine Geister«

Herzlich lädt der Kunstverein Brackenheim am Samstag, den 5. April, um 17 Uhr zur Vernissage ein: Wir eröffnen die Ausstellung Meine Geister von Gosia Machon. Ich werde in das Werk der Künstlerin einführen.

Aus Hamburg, wo sie seit vielen Jahren lebt und arbeitet, bringt Gosia Machon Tuschzeichnungen mit. »Malen ist für mich wie das Öffnen einer Tür, ohne genau zu wissen, was sich dahinter verbirgt«, erklärt sie. Offen für das Unerwartete bringt die Künstlerin Erinnerungen, Empfindungen und Sehnsüchte aufs Papier. Dabei entstehen träumerisch-rätselhafte Bildwelten, in denen Menschen, Tiere und Pflanzen eins werden: »Es gibt keine klaren Grenzen in der Natur«, so Gosia Machon. »Wir sind alle Teil eines gewaltigen Universums aus Verbindungen, eines sich ständig wandelnden Ökosystems.«

Wir freuen uns, Euch auf der Ausstellungseröffnung begrüßen zu dürfen!

Bild: Gosia Machon, Liegen, 2024, Tusche auf Papier, 82×130 cm

Machen wir uns nichts vor, Picasso!

Mein neuer Artikel für die Tagespost beschäftigt sich, ausgehend von der von den Dominikanerpatres Couturier und Régamey angestoßenen Reformbewegung zur Erneuerung der art sacré, mit dem Verhältnis von Kunst und Kirche im 20. und 21. Jahrhundert. Können Nicht-Gläubige sakrale Kunst machen? Wie ging ein Künstler wie Henri Matisse, der sich vom Katholizismus losgelöst hatte, mit religiösen Aufträgen um? Warum lehnte gerade Picasso Matisses Rosenkranzkapelle in Vence ab? Und wie steht es heute um sakrale Kunst?

Ein Blick auf historische Debatten und aktuelle Entwicklungen: zum Artikel.

Robert Capa: Matisse in seinem Atelier

»Die zweideutige Würde der Dichterin«

Wie behauptet sich um 1800 eine schreibende und publizierende Frau, zumal von ländlicher Herkunft? In der jüngsten Sonderausgabe der Publications of the English Goethe Society gehe ich dieser Frage in einem Aufsatz über die Lyrikerin und Taschenbuchherausgeberin Wilhelmine Müller (1767–1807) nach. – Angestoßen wurde die Veröffentlichung durch das letztjährige Panel »In Her Own Hand: Female Agency around 1800« der Association for German Studies am Trinity College Dublin.
Ich danke den Herausgebern Helga Müllneritsch und Dennis Schäfer, ferner Astrid Köhler von der English Goethe Society sowie Martina Wernli für wertvolle Anregungen.

Dieser Aufsatz steht am Beginn einer neuen Auseinandersetzung mit Wilhelmine Müllers Leben und Werk – ich freue mich, bald ein weiteres Projekt hier vorstellen zu dürfen!

Zu meinem PEGS-Beitrag: ›Die zweideutige Würde der Dichterin‹: Literarische Selbstbehauptung um 1800 am Beispiel von Wilhelmine Müller, geb. Maisch

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